Überbauung Raiffeisenbank Cham Wohngebäude

Der historische Ortskern von Cham war geprägt von kompakten, freistehenden Gebäuden mit umlaufenden Fassaden und Giebeldächern. Diese ursprünglich sehr homogene Struktur ist entlang der Sinserstrasse und um den Rigiplatz noch immer vorhanden. Insofern bildete der Bestandsbau aufgrund seiner Volumetrie und Fassadenabwicklung einen Fremdkörper im städtebaulichen Gefüge. Der Ersatzneubau nimmt die ursprünglich geforderte Etappierbarkeit zum Anlass das geplante Bauvolumen entsprechend den unterschiedlichen Nutzungen (Bankgebäude/Wohn- & Geschäftshaus) auf zwei kompakte Baukörper zu verteilen. Dadurch gelingt es der historischen städtebaulichen Struktur wie auch der vorhandenen Massstäblichkeit besser Rechnung zu tragen und die Neubauten in den bestehenden Kontext einzubinden. Zugleich unterscheiden sich diese von den angrenzenden Bauten durch die einfache Volumetrie mit Flachdach und die durchgehende Traufhöhe. Aufgrund des Terrainverlaufs und der erhöhten Geschosszahl wird die Bank als halböffentliches Gebäude zusätzlich ausgezeichnet und betont die städtebaulich bedeutende Ecke zwischen Schulhaus- und Sinserstrasse.
Durch die Setzung der Neubauten gelingt es im Ortszentrum zusätzliche attraktive Wegverbindungen und Sichtbeziehungen zu schaffen und die Situation gegenüber dem ehemaligen Zustand massiv aufzuwerten.
Das Geschäftshaus ist dem Bankgebäude in seiner horizontalen Schichtung ähnlich. Im Erdgeschoss mit ebenfalls unterschiedlichen Raumhöhen ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Die drei durchgehenden Obergeschosse sind so konzipiert, dass sie sowohl als Büros als auch als Wohnungen genutzt werden können.
Entsprechend der städtebaulichen Setzung sind die Fassaden der beiden Gebäude umlaufend gestaltet und durch dieselben Elemente gegliedert. Die Materialisierung lebt von einem Dreiklang zwischen den mineralischen Oberflächen der Primärstruktur, den Metall-Glas-Elementen und dem in den Kastenfenstern und im Innern verwendeten Holz. Dadurch gelingt es zwischen der Büronutzung und dem Charakter der angrenzenden Wohnbauten zu vermitteln und das neue Ensemble in den bestehenden Kontext einzubinden ohne sich diesem anzubiedern.

Wohnüberbauung Hofwiesen Thalwil

Oberstufenzentrum Rebberg Zofingen

Überbauung Raiffeisen Münchwilen

Das Areal der Raiffeisenbank Münchwilen-Tobel befindet sich an zentraler Lage in Münchwilen. Die Bebauung im Umkreis der bestehenden Raiffeisenbank aus dem Jahre 1979 ist sehr heterogen und fragmentarisch. Einzig im Bereich der Eschlikonerstrasse lässt sich noch ansatzweise eine historisch gewachsene Struktur erkennen. Diese ist geprägt durch die entlang der Strasse aufgereihten Wohnhäuser und die von dieser abgerückten öffentlichen Gebäude mit ihren, durch Baumreihen akzentuierten, Zugangsbereichen. Im Gegensatz dazu folgt das für den Ort prägendste Gebäude, die ehemalige Strumpffabrik Thomann, nicht dem Strassenverlauf, sondern den rückwärtigen Parzellengrenzen. Dadurch öffnet sich die Vorzone zwischen der repräsentativen Hauptfassade und dem Geleise der Bahn zum Areal der Raiffeisenbank. Durch den Ersatzneubau und die angestrebte Verdichtung bietet sich die Möglichkeit die städtebaulich ausgezeichnete Stelle zu besetzen und aufzuwerten.
Ausgehend vom durchgehend aufrecht zu erhaltenden Bankbetrieb nimmt das Projekt die daraus resultierende Etappierbarkeit zum Anlass, das Bauvolumen auf zwei kompakte Baukörper zu verteilen. Dadurch entsteht einerseits eine dem Ort angemessene Massstäblichkeit und anderseits aufgrund der unterschiedlichen Geschosshöhen eine klare städtebauliche Gewichtung. Dabei folgen die beiden Baukörper den jeweiligen Strassenverläufen und übernehmen entsprechend ihrer Nutzung die Prinzipien der Bebauung entlang der Eschlikonerstrasse. Durch das Abrücken des Bankgebäudes von der Strasse und das gleichzeitige Einbinden der Hauptfassade der ehemaligen Strumpffabrik Thomann entsteht zwischen den beiden Fussgängerübergängen an der Frauenfelder- und der Eschlikonerstrasse eine grosszügige einladende Vorzone.
Über die 24h-Zone betritt man die zweigeschossige Kundenhalle, welche sich an der städtebaulich prominentesten Lage befindet und dadurch auch als Schaufenster gegen aussen dient. Sie bildet das Herzstück der Bank und wird als multifunktionaler Raum interpretiert, welcher mittels raumhohen Schiebeelementen sehr unterschiedlich bespielt werden kann. Die neue Kundenhalle dient somit als architektonische Bühne und bietet der Raiffeisenbank die Möglichkeit, sich ihren Kunden als Gastgeber in sehr unterschiedlichen Rollen präsentieren zu können.
Im Wohngebäude erfolgt der Zugang zu den, gegenüber der Strasse leicht erhöhten, Wohngeschossen von der Hofseite. Im Hochparterre befinden sich vier Kleinwohnungen. In den drei darüber liegenden Geschossen erlaubt die Gebäudestruktur durch geringfügige Anpassungen unterschiedliche Wohnungsgrössen in verschiedenen Kombinationen.
Die äussere Erscheinung der beiden Gebäude ist geprägt durch eine starke Gliederung mit vorfabrizierten hellen Betonelementen, dabei werden die horizontalen Deckenverkleidungen gegenüber den Vertikalen leicht betont. Innerhalb der dadurch entstehenden Geschossbändern ist das Stützenraster entsprechend den jeweiligen Nutzungen bewusst differenziert. Im Gegnsatz zum Wohnhaus mit seinem weiten Achsmass und den grosszügigen Verglasungen, wird beim Bankgebäude durch das enge Büroraster die Vertikalität betont. Zusammen mit den dunkel gehaltenen Fenstern und feine Farbdifferenzierungen der Fassadenelemente erhalten die beiden Bauten eine elegante zurückhaltende Erscheinung. Einzig die beiden öffentlichsten Räume des Geschäftshauses, die Kundenhalle der Bank und das Café werden entsprechend ihrer Bedeutung auch aussen durch andere Fensterformate akzentuiert und beleben die fein gegliederte Fassade der neuen Geschäftsstelle der Raiffeisenbank zusätzlich.

Areal Oberdorf Bassersdorf

Das Grundstück der Terracom AG im Zentrum von Bassersdorf bildet den Abschluss der historischen Bebauungsstruktur entlang dem Altbach, welche sich durch den Wechsel von traufständigen und giebelständigen Gebäuden auszeichnet. Gleichzeitig bildet es im Osten die Hangkante und nimmt somit auch eine topografisch bedeutende Stelle ein. Das Projekt führt das vorhandene Bebauungsmuster entlang dem Altbach und die damit verbundene Massstäblichkeit weiter und bildet im Osten zugleich einen markanten Abschluss dieser historisch gewachsenen Struktur. Dadurch gelingt es einerseits der Lage des Grundstückes am Rande des Dorfkerns Rechnung zu tragen und anderseits die angestrebte Ausnützung annähernd zu erreichen.
Durch die Setzung entsteht ein halböffentlicher lärmgeschützter Hof welcher eine neue Verbindung vom Fussweg entlang des Altbachs ins südlich angrenzende Wohnquartier schafft. Der gepflästerte Hof wird geprägt durch die angrenzenden Bauten mit ihren grosszügigen Terrassen und dem von Hecken gefassten, leicht erhöhten Lindenhain. Durch dieses zentrale Element gelingt es den Hof zu zonieren, die Aufenthaltsqualität zu steigern und Orte mit sehr unterschiedlichem Charakter zu schaffen.
Mit Ausnahme der Erdgeschossnutzungen entlang dem Altbach werden alle Häuser über den zentralen Hof erschlossen. Neben den Hauseingängen befinden sich dort auch kleinere Geschäfte, Werkstätten, Ateliers und im Bereich des Hofzugangs eine Cafébar. Die wenigen Erdgeschosswohnungen liegen entweder im Hochparterre oder an geschützter Lage im Südwesten. An der dem Lärm exponiertesten Stelle im Nordwesten befinden sich Kleinwohnungen, 3.5 Zimmerwohnungen sind mehrheitlich im Hauptgebäude im Osten angeordnet und die Familienwohnungen liegen in den Gebäuden am Stiegweg. Die Grundrisse der beiden Gebäude entlang der Winterthurerstrasse sind geprägt von der Lärmproblematik. Entlang der Strasse sind die Treppenhäuser, die Nasszellen und die Essküchen angeordnet. Die Zimmer und Wohnbereiche mit den vorgelagerten Loggien und durchgehenden Terrassen befinden sich auf den lärmabgewandten Seiten gegen Süden und Westen und haben somit eine optimalen Exposition. Im Gegensatz dazu sind die Wohnungen im Haus am Stiegweg um ein zentrales Treppenhaus organisiert und die Wohn-Essbereiche mit der Loggia profitieren von der zweiseitigen Ausrichtung an den Gebäudeecken.
Die äussere Erscheinung der Gebäude ist geprägt durch die massiven Sockel und die sich abzeichnenden Decken der Obergeschosse. Im Gegensatz zu den hellen, lasierten Betonelementen werden für die Fenster, Geländer und Verkleidungen ausschliesslich dunkle Metallbauteile verwendet. Dadurch wird die horizontale Gliederung der Bauten zusätzlich betont und verleiht ihnen eine schlichte Eleganz. Im Innern ist die Materialisierung und Farbgebung mit Ausnahme der Eichenböden sehr zurückhaltend. Die Decken und Wände sind verputzt und die Fenster und Türen gestrichen.

Wohnüberbauung Zelgli Unterengstringen

Die beiden Grundstücke an der Gemeindegrenze zwischen Schlieren und Unterengstringen mit Bezug zum nahegelegenen Ufer der Limmat bieten Blick über die Ackerlandschaften der Nachbarschaft, die Nähe zum Kloster Fahr verspricht den Aufenthalt in einer landschaftlich und kulturhistorisch attraktiven Umgebung. Diesen visuellen Qualitäten stehen akustische Einflüsse entgegen. Die Kombination des beständigen Rauschens der Autobahn, der unregelmässigen Lärmspitzen der Weiningerstrasse sowie Fluglärms erzeugt bei längerem Aufenthalt auf der Parzelle ein nervöses, unwirtliches Grundgefühl.
Drei identische L-förmige Baukörper sind auf den beiden Parzellen in gleichmässigen Abständen angeordnet. Für jedes Haus und auch für die Überbauung als Ganzes entsteht dadurch ein klares Innen und Aussen. Die im Innern angeordeneten Flächen sind von den Lärmquellen bestmöglich abgeschottet und öffnen sich zum Kulturland im Süden und Westen.
Jedes der drei Häuser verfügt über 9 Wohnungen, welche alle über einen eigenen Eingang im Ergeschoss verfügen. Dieser ist als Eingangsloggia artikuliert und jeweils auf der Lärmseite (Osten / Norden) angeordnet. Die Wohnungen entwickeln sich vertikal über ein, zwei oder drei Geschosse je nach Grösse und Lage in den ansteigenden Baukörpern. Alle Wohnungen verfügen über einen privaten Garten oder eine private Dachterasse.
Die Gestaltung des Aussenraum verfolgt das primäre Ziel, die durch die städtebauliche Setzung entstandenen, geschützten Bereiche möglichst gut nutzbar zu machen. Als Konsequenz der klaren Unterscheidung von Aussen und Innen wir die Erschliessung im Innern auf das Notwendigste reduziert.

Schulinternat Ringlikon

Das Ensemble des Schulinternats Ringlikon besteht aus einem Schul- und Sportgebäude sowie einem terrassierten Wohn- und Verwaltungstrakt mit Innenhof; ein frühes und seltenes Beispiel eines Schülerheims in Form eines Terrassenhauses. Beide Gebäude sind durch unterschiedlich hohe horizontale Fenster- und Brüstungsbänder gegliedert. Der Terrassenbau der zwischen 1963 und 1966 nach den Plänen des Architekten Jakob Frei erstellten Anlage am nordöstlichen Siedlungsrand von Ringlikon schmiegt sich harmonisch an den steilen Südhang und weist wegen seiner inneren Geschlossenheit einen klösterlichen Charakter auf. Es verzahnt sich mit den Kammzinken-Anbauten mit der Umgebung und enthält im Innern einen terrassierten Garten. Das im Südosten durch ein Vordach angebundene Schul- und Sportgebäude übernimmt die Formensprache des Haupttraktes und hält durch seine niedrige Gebäudehöhe den Blick auf das Terrassenhaus frei.
Das Ensemble ist im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und archäologischen Denkmäler von überkommunaler Bedeutung aufgeführt. Dies bedeutet, dass Veränderungen, Umbauten oder Neubauten im Nahbereich des Schutzobjektes auf dieses Rücksicht zu nehmen haben und es in seinem Schutzcharakter nicht beeinträchtigen dürfen. Nicht nur das Ensemble und seine äussere Erscheinung sondern auch die noch vorhandene Bausubstanz und Materialisierung im Innern sollen weitestgehend erhalten bleiben. Änderungen in der Grundrissstruktur der Wohntrakte sollen dem Schutzobjekt angemessen umgesetzt und möglichst minimal gehalten werden. Aus diesem Grund wird auf einen zusätzlichen Neubautrakt im Bereich der markanten Eingangsfront zugunsten des Ensembles verzichtet, damit der Blick auf die Anlage unverbaut bleibt. Die Erweiterung wird so ausgestaltet, dass die Gebäudetypologie des Wohn- und Verwaltungstrakts als Terrassenhaus erhalten bleibt. Die Gestaltung der neuen Bauteile folgt dem vorhandenen Konzept, indem die unterschiedlich hohen horizontalen Fenster- und Brüstungsbänder übernommen werden. Das Gebäude wird so erweitert, dass möglichst viel der geschützten Orginalsubstanz erhalten bleiben kann.
Die bestehende Anlage wird unter Wahrung der ursprünglichen Setzung durch gezielte Eingriffe und Anbauten den Nutzungsanforderungen entsprechend erweitert. Gleichzeitig gelingt es im Innern neben der Struktur auch die noch vorhandenen Oberflächen, insbesondere die Klinkerböden und die Schrankfronten, mehrheitlich zu erhalten. Die Grenze zwischen alt und neu soll dabei bewusst gezeigt werden, z. B. durch einen Wechsel der Verlegerichtung der zu ergänzenden Bodenbeläge. Im Gegensatz dazu treten die Auf- und Anbauten aussen bewusst nicht als eigenständige, additive Elemente in Erscheinung. Dadurch gelingt es ein einheitliches neues Ganzes zu schaffen, in welchem der Geist und die Qualitäten des Bestandes erhalten bleiben.

Wohnüberbauung Hinterkappelen

Das Grundstück am Brückenkopf der Kappelenbrücke ist von grossen masstäblichen und inhaltlichen Gegensätzen geprägt. Die ausserordentliche Präsenz dieses Ortes erklärt sich aus dem Gegensatz zwischen idyllisch-ruhigem Landschaftsraum am Wohlensee und der dynamischen Verkehrsachse entlang der Kappelenbrücke. Die vielen zum Teil äusserst grossmasstäblichen Wohnbauten im direkten Umfeld des Grundstücks verstärken diesen Stadt-Landkontrast nachhaltig.
Das vorliegende Projekt versteht sich als Versuch, die Immissionen für Wohnungen und Restaurant zu minimieren und zugleich die attraktiven Ausblicke in den umgebenden Landschaftsraum für alle Programmteile optimal zu nutzen. Der Betonung des aussenräumlich wichtigen Brückenkopfs steht im weiteren die Absicht zur Seite den Neubau gleichzeitig in seine bauliche Umgebung einzubinden und damit auch städtebaulich zu verankern.
Durch die Wahl eines hohen und schlanken Gebäudekörpers wird es möglich die zu verteilende Baumasse zu konzentrieren und dadurch viel Freifläche zu schaffen. Durch die Setzung des Gebäudes in die Nähe des Strasse ist der grösste Teil dieser nach Südwesten ausgerichteten Freifläche sehr gut vom Lärm abgeschirmt. Als Reaktion auf die Restaurantnutzung des Erdgeschosses ist dagegen der Aussenraum zur Strasse hin öffentlich und in seinem Charakter urban gehalten. Die volumetrische Entwicklung des Gebäudes vom eingeschossigen Restaurant bis hin zum schlanken oberen Segment des Turms kann als räumlicher Abdruck der äusseren Bedingungen verstanden werden: Der exklusive und attraktive Bereich direkt neben dem Brückenkopf ist dem eingeschossigen Restaurant und seiner Aussichtsterrasse vorbehalten. Auf der Nordostseite ordnet sich dieser Bauteil ganz der Geometrie der Strasse unter und schafft damit eine urbane Vorzone für das Restaurant. Die vertikale Weiterentwicklung des Gebäudes findet im hinteren Bereich des Grundstücks statt, um die privaten von den öffentlichen Nutzungen möglichst gut zu entflechten. Der Rücksprung des Wohnturms im 2. Obergeschoss erklärt sich aus der Absicht in den unteren beiden Geschossen strassenseitig keine Wohnungen anzuordnen, die Wohnungen im oberen Gebäudeteil vom Strassenlärm abzuschirmen und zugleich städtebaulich auf die Wohnbauten entlang der Bernstrasse wie auch auf die Hochhäuser am Kappelenring zu reagieren.
Die Fassade mit grosszügigem Glasanteil bringt die attraktiven Ausblicke in den umgebenden Landschaftsraum zur Geltung. Neben den Fenstern besteht die Fassade aus horizontalen und vertikalen Betonelementen, welche vorgehängt montiert sind sowie geschlossenen Wandstücken, deren Dämmung mit eingefärbten Glaselementen verkleidet ist. So verbinden sich die beiden gestalterischen Absichten, das Gebäude einerseits als massiges Volumen im fliessenden Landschaftsraum zu verankern und ihm gleichzeitig zu einer grosszügigen, städtischen Eleganz zu verhelfen.

Gasthaus Schwägalp Appenzell

Die Schwägalp wird überragt durch die eindrückliche Erhebung des Säntis mit seinen steil abfallenden Felswänden. Diese bildet den Hintergrund für die voralpine, sanfte Hügellandschaft mit ihren losen Fichtenwäldern und den weitläufigen Alpweiden. In diesem Spannungsfeld steht auch das neue Gasthaus Schwägalp, welches trotz seiner Grösse auf das natürliche, geschützte Umfeld Rücksicht nehmen und sich in den bestehenden Kontext einbinden soll.
Die neue Anlage besteht zum einen aus massiven Stützmauern, welche die bestehende Topografie neu gliedern und Terrassen für Ausflügler und Hotelgäste schaffen, zum anderen aus dem eigentlichen Hotel, welches auf dem künstlich geschaffenen Sockel ruht. Die unterschiedlichen Programmteile erhalten so einen sehr spezifischen architektonischen Ausdruck, welcher über die ortstypische Materialisierung den Bezug zum natürlichen Kontext sucht.
Die Stützmauern und Sockelbauwerke bestehen aus sandgestrahltem eingefärbtem Sichtbeton, entwickeln sich aus der Geometrie der Talstation und öffnen sich fächerartig gegen den Säntis. Die erhöhte Lage der Terrassen gegenüber der Umgebung ermöglicht so eine uneingeschränkte Sicht auf die Landschaft. Der Hotelbau folgt der obersten Mauerkrone und spielt sich gegen Osten von dieser frei. Dadurch fasst er den rückwärtigen bewaldeten Hügel, schafft im Süden Platz für den gedeckten Zugangsbereich sowie die vorgelagerten Terrassen. Der Hotelbau ist als vorgefertigte Holzelement-Konstruktion geplant. Im Inneren werden die Treppenhauskerne massiv ausgebildet und die Erschliessungs- und Aufenthaltsräume verkleidet. Im Gegensatz dazu werden in den Hotelzimmern und den Sälen des Restaurants die vorgefertigten Holz-Tafelelemente sichtbar belassen, so dass auch über die Materialisierung zwei sehr unterschiedliche Raumstimmungen entstehen.
Das viergeschossige Hotel besteht aus einem geknickten Volumen mit Giebel gegen Süden und kann gegen Osten durch einen nochmals abgeknickten Gebäudeflügel horizontal erweitert werden. Während in der ersten Etappe das Hotel zusammen mit der bestehenden Talstation ein Ensemble bildet und eine latent gefasste Eingangssituation schafft, öffnet es sich im Endausbau auch zur Landschaft hin und setzt die Talstation und das Haus Girenspitz zueinander in Beziehung.