Überbauung Raiffeisen Cham Bankgebäude

Der historische Ortskern von Cham war geprägt von kompakten, freistehenden Gebäuden mit umlaufenden Fassaden und Giebeldächern. Diese ursprünglich sehr homogene Struktur ist entlang der Sinserstrasse und um den Rigiplatz noch immer vorhanden. Insofern bildete der Bestandsbau aufgrund seiner Volumetrie und Fassadenabwicklung einen Fremdkörper im städtebaulichen Gefüge. Der Ersatzneubau nimmt die ursprünglich geforderte Etappierbarkeit zum Anlass das geplante Bauvolumen entsprechend den unterschiedlichen Nutzungen (Bankgebäude/Wohn- & Geschäftshaus) auf zwei kompakte Baukörper zu verteilen. Dadurch gelingt es der historischen städtebaulichen Struktur wie auch der vorhandenen Massstäblichkeit besser Rechnung zu tragen und die Neubauten in den bestehenden Kontext einzubinden. Zugleich unterscheiden sich diese von den angrenzenden Bauten durch die einfache Volumetrie mit Flachdach und die durchgehende Traufhöhe. Aufgrund des Terrainverlaufs und der erhöhten Geschosszahl wird die Bank als halböffentliches Gebäude zusätzlich ausgezeichnet und betont die städtebaulich bedeutende Ecke zwischen Schulhaus- und Sinserstrasse.
Durch die Setzung der Neubauten gelingt es im Ortszentrum zusätzliche attraktive Wegverbindungen und Sichtbeziehungen zu schaffen und die Situation gegenüber dem ehemaligen Zustand massiv aufzuwerten.
Das Bankgebäude gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche, den öffentlich zugänglichen Kundenbereich in Erdgeschoss bzw. Mezzanin und den internen Bereich der drei Obergeschosse. Vom Haupteingang an städtebaulich prominenter Lage an der Ecke Schulhaus-Sinserstrasse entwickelt sich der Weg des Kunden über die 24h-Zone in die zentrale Halle, welche der Topographie folgend auf zwei Niveaus organisiert und unterschiedlich ausgerichtet ist. Diese tritt auch aussen durch überhohe Verglasungen in Erscheinung und verweist so auf die öffentliche Nutzung.
Entsprechend der städtebaulichen Setzung sind die Fassaden der beiden Gebäude umlaufend gestaltet und durch dieselben Elemente gegliedert. Die Materialisierung lebt von einem Dreiklang zwischen den mineralischen Oberflächen der Primärstruktur, den Metall-Glas-Elementen und dem in den Kastenfenstern und im Innern verwendeten Holz. Dadurch gelingt es zwischen der Büronutzung und dem Charakter der angrenzenden Wohnbauten zu vermitteln und das neue Ensemble in den bestehenden Kontext einzubinden ohne sich diesem anzubiedern.

Mehrfamilienhaus Rebackerstrasse Küsnacht

Das Gebäude befindet sich an priviligierter Aussichtslage über dem Zürichsee in einem im 20. Jahrhundert gewachsenen Einfamilienhausquartier. Dieses ist zur Zeit einem Transformationsprozess unterworfen, bei welchem die noch vorhandenen Ausnützungsreserven ausgeschöpft werden. Dadurch verändert sich der ursprüngliche Charakter des Quartieres dahingehend, dass anstelle der alten Villen mit viel Umschwung Mehrfamilienhäuser entstehen, die aufgrund ihrer Grösse näher zusammenrücken. Als Folge davon verringern sich nicht nur die ehemals grosszügigen baumbestandenen Zwischenräume; dieser Prozess ist auch mit einem Verlust an Individualität und Intimität verbunden.
Mit dem Gebäudevolumen wird versucht einerseits der oben beschriebenen Situation Rechnung zu tragen und anderseits ein Maximum an Ausnützung zu generieren. Durch die Staffelung des Baukörpers und die Gliederung in zwei Gebäudeflügel gelingt es, den einzelnen Wohnungen ein grosses Mass an Individualität und Privatheit zu ermöglichen. Das Gebäude folgt den vorhandenen Terrainverhältnissen und tritt architektonisch durch die volumetrische Gliederung weniger massiv in Erscheinung, so dass es in seinem Charakter stärker an eine Villa als an ein Mehrfamilienhaus erinnert.
Der hochwertige und edle Ausdruck der dunklen, aber warmtonigen Klinkerflächen der Fassaden verleiht dem Neubau in Kombination mit den ebenfalls dunkel gehaltenen Fenstern einen unverwechselbaren, klassischen Charakter. Die Materialisierung und die elegante Erscheinung unterstützen die Intention, das Gebäude typologisch nicht als Mehrfamilienhaus, sondern als Villa erscheinen zu lassen zusätzlich und nehmen Bezug auf die avantgardistische Villa auf dem südwestlichen Nachbargrundstück aus den 1920er Jahren.
Ein grosszügiger Vorplatz dient sowohl als Zugangsbereich wie auch als Zufahrt zum Autolift und der unterirdischen Einstellhalle. Über den gedeckten Eingang betritt man das Gebäude in das Hauptgeschoss, in welchem zwei Wohnungen angeordnet sind. Im südlichen Gebäudeteil befindet sich eine grosszügige 2 1/2 Zimmer Wohnung, im Westlichen eine entsprechende 3 1/2 Zimmer Wohnung. Ein breiter Korridor führt in beiden Wohneinheiten vom Treppenhaus zum dreiseitig orientierten Wohn-Essbereich, welcher L-förmig um die gegen Süden und Westen ausgerichtete Loggia angeordnet ist. Im Gartengeschoss lässt sich aufgrund der Topografie gegen Westen nochmals dieselbe 3 1/2 Zimmer Wohnung realisieren.
Die grosse 5 1/2 Zimmer Attikawohnung kann vom Eingang aus über die wohnungsinterne Treppe oder den behindertengerechten Lift direkt erschlossen werden. Oben gelangt man in die zentrale Halle, welche als Verteilraum dient. Von hier erschliesst sich der Schlafzimmertrakt mit eigener Loggia, zwei Separatzimmer, sowie der Ess- und Wohnbereich, welcher sich sich zur grosszügigen Dachterrasse gegen Westen öffnet und von der fantastischen Aussicht über den Zürichsee auf die Albiskette mit dem Üetliberg profitiert.

Ersatzneubauten Trichtisal Zürich

Das gegen Süden abfallende Grundstück befindet sich in einem ruhigen, durch mittelgrosse Mehrfamilienhäuser, wenige Einfamilienhäuser und das siebengeschossige Pflegezentrum geprägte, Wohnquartier am Siedlungsrand und dem nahe gelegenen Wald. In den oberen Geschossen bietet sich eine attraktive Fernsicht über das Seebecken auf die Albiskette.
Die sechs Gebäudeteile, werden in drei Zweiergruppen versetzt zueinander angeordnet und treten als drei Häuserpaare in Erscheinung und folgen dem Verlauf der angrenzenden Strasse. In jedem der drei Häuserpaare befinden sich drei Maisonette- und eine Studiowohnung, jeweils mit Gartenanschluss, fünf Geschosswohnungen und zwei Attikawohnungen. Insgesamt entstehen so 33 Wohnungen, welche hochwertige private Aussenräume in Form von Gärten, Dachterrassen oder Loggien aufweisen. Dadurch können alle Wohnungen von den Qualitäten des Grundstücks profitieren.
Die massiven Baukörper erhalten durch einen Kratzputz und Holz-Metall-Fenster einen edlen und wertigen Charakter.
 Die Erscheinung der Gebäude zeichnet sich durch die Staffelung, sowie die serielle Anordnung der Loggien und Rücksprünge im Attikageschoss aus. In Anlehnung an Reiheneinfamilienhäuser wird dadurch die Individualität der Wohnungseinheiten gestärkt. Die grosszügigen Öffnungen gegen Süden und Norden und die kleineren Fenster der Stirnseiten, werden über horizontal umlaufende, verputzte Fassadenbänder zusammengebunden. In Kombination mit farblich abgesetzten Wandscheibenstücken verleihen die Fassaden den Bauten einen ausgewogenen, modernen Ausdruck. Dadurch gelingt es die Neubauten in den bestehenden Kontext zu integrieren und gleichzeitig in ihrer Eigenständigkeit zu stärken.

Kantonsschule Menzingen

Das ehemalige Lehrerinnenseminar Bernarda liegt in ausgezeichneter Lage oberhalb des Zugersees. Der nach amerikanischem Vorbild konzipierten Schulanlage der Zuger Architekten H.A. Brütsch und A. Stadler / L. Hafner und A. Wiederkehr aus den späten 50er Jahren fehlte zwar der Glanz und die Ausstrahlung, welche die Orginalaufnahmen des Luzerner Architekturfotografen Peter Ammon so eindrücklich vermitteln, die Qualitäten des Ensembles war jedoch auch nach Jahrzehnten der Nutzung noch erkennbar.
Aufgrund der vorgefundenen Situation, dem Studium der umfangreichen Plangrundlagen und insbesondere der Kraft der historischen Schwarz-Weiss-Aufnahmen war bereits auf Wettbewerbsstufe klar, dass der Umgang mit dem Bestand von Respekt und Rücksichtnahme geprägt sein musste. Die strikten Vorgaben der Denkmalpflege bestärkten uns in unserer Haltung und unserem Bestreben, die Qualitäten der ursprünglichen Anlage trotz massiven Eingriffen zu erhalten, als Einheit wieder herzustellen und in neuem Glanz aufleben zu lassen.
Die geschützten Gebäudeteile Mensa, Kapelle/Aula und der Schulhaustrakt sowie die dazugehörigen verglasten Verbindungsgänge mussten erhalten bleiben. Mit dem Ziel, die stimmige Anordnung der ursprünglich fünf, in ihrer Volumetrie sehr unterschiedlichen, Gebäude um eine, zum angrenzenden Landschaftsraum hin offene, Mitte zu erhalten, durften die bestehende Turnhalle und das ehemalige Wohngebäude der Seminaristinnen nur in annähernd gleicher Grösse ersetzt werden und die neue Zweifachturnhalle musste zwingend unterirdisch zu liegen kommen.
Prägend für den architektonischen Ausdruck der einzelnen, stark individualisierten Gebäudetrakte waren übergeordnete Gestaltungsprinzipien. Die Hauptfassaden der klar gerichteten Volumen waren alle durch umlaufende gestrichene Betonrahmen gefasst. Die jeweiligen Füllungen, die Ausformulierung der Sockelbereiche sowie die Dachformen waren jedoch sehr unterschiedlich gestaltet, so dass jedes Gebäude und somit jede Nutzungseinheit gleichwohl einen eigenen Ausdruck erhielt.
Die beiden oberirdischen Neubauvolumen führen diese Prinzipien in der Tradition der Bestandsbauten weiter und werden dadurch sehr selbstverständlich zu einem Teil des übergeordneten Ganzen. Dabei orientiert sich der neue Schulhaustrakt mit seinem Flachdach, der ganz klaren Volumetrie und der einheitlichen Fassadengestaltung stärker an der Kapelle als die oberirdische Turnhalle. Diese bezieht sich volumetrisch eindeutig auf das alte Schulgebäude mit seinen ineinander geschobenen Betonrahmen und den unterschiedlich geneigten Pultdächern.
Als offensichtlich neues architektonisches Element treten einzig die quadratischen, in einem regelmässigen Raster angeordneten Oblichter der unter dem zentralen Grünraum angeordneten Doppelturnhalle in Erscheinung. Sie bilden die minimalistische Fassade des sechsten, quasi unsichtbaren Individuums und verleihen der Mitte der Anlage ein der veränderten Nutzung angemessenes neues Gesicht.
Aufgrund der Bedeutung Ernst Cramers für die Schweizer Landschaftsarchitektur der Nachkriegszeit waren die Vorgaben der Denkmalpflege hinsichtlich der Umgebungsgestaltung noch strikter als die städtebaulichen Bestimmungen. Die durch ihre reduzierte, geometrische Formensprache ausgezeichnete Anlage sollte in ihren wesentlichen Teilen erhalten und wo erforderlich wieder hergestellt werden. Neben den grösstenteils noch vorhandenen Elementen des terrassierten Studiengartens im Westen der Anlage, der Wasserbecken im Bereich des südlichen Verbindungsganges und der zentralen Spielwiese mit ihren präzisen Böschungskanten musste insbesondere der Eingangsplatz mit seiner markanten Bänderung rekonstruiert werden. Dieser bildet heute wieder die kraftvolle Schwelle zwischen der Umgebung und dem baulichen Ensemble. Im Übrigen galt es, die Bepflanzung auf das ursprüngliche Mass zu reduzieren, um die wenigen bewusst eingesetzten Gestaltungselemente in ihrer Wirkung und im Zusammenspiel mit der Architektur und der sie umgebenden Landschaft zu stärken.

Wohnüberbauung Landolt Areal Zürich

Der im Herbst 2015 fertig gestellte Wohnungsbau befindet sich in einem ehemaligen Villenquartier mit grosszügigen Parkanlagen an der Grenze zur klassischen Blockrandstadt. Aufgrund der geforderten maximalen Ausnützung und der vorgegebenen Regelbauweise stellten die Fragen der Massstäblichkeit und der Eingliederung in den städtebaulichen Kontext die grössten Herausforderungen dar. Daneben galt es der anspruchsvollen Lärmsituation mit zwei stark frequentierten Verkehrsachsen Rechnung zu tragen.
Die Überbauung besteht baurechtlich aus sieben einzelnen Baukörpern, welche im rechten Winkel zu Strasse und Bahn stehen. Durch Aneinanderschieben der versetzt angeordneten Häuser entsteht eine zusammenhängende Figur, welche mit den unterschiedlich langen Armen die Geometrie des Grundstücks effizient auslotet und zugleich in Ihrer figuralen Qualität der Bebauung einen spezifischen Charakter verleiht.
Städtebaulich bildet die Grossform eine Synthese zwischen Blockrandbebauung und Villentypologie. Sie ermöglicht die gewünschte Dichte und schafft zugleich aussenräumlich sehr unterschiedliche Qualitäten. Entlang der Brandschenkestrasse entstehen halböffentliche, gefasste Eingangsräume, welche an städtische Palais mit ihren Ehrenhöfen erinnern, und auf der gegenüberliegenden Seite öffnet sich die Bebauung zum Grünraum entlang der Sihl.
Durch die Gebäudestruktur und die Position der Loggien können die lärmexponierten Wohnräume an den Gebäudeecken rückwärtig gelüftet werden. Die Grundrisstypologie mit durchgesteckten Geschosswohnungen ermöglicht es zudem, die beiden sehr unterschiedlichen Aussenbereiche auch im Innern wechselseitig in Szene zu setzen.
Konstruktiv handelt es sich um einen innengedämmten Massivbau in Ortbeton, welcher dadurch monolithisch in Erscheinung tritt. Gleichzeitig wird in der Oberflächenbeschaffenheit des lasierten Betons differenziert, zwischen einer umlaufenden schalungsglatten Struktur und leicht zurückspringenden gestockten Füllungen, so dass die Fassade einerseits eine Gliederung und anderseits eine Tiefe erfährt. Zusammen mit den dunklen
Holz-Metallfenstern und dem textilen Sonnenschutz entsteht so eine Fassade, welche ihre Langlebigkeit mit einer eleganten, edlen und im klassischen Sinne vornehmen Erscheinung verbindet.

Wohnüberbauung Schaffhauserstrasse Zürich

Die Überbauung der ASIG Wohngenossenschaft befindet sich an der Stadtgrenze und bildet zugleich den Abschluss des angrenzenden Wohnquartiers zur Schaffhauserstrasse. Der für den Entwurf wesentlichste Aspekt neben der Lärmsituation entlang dieser stark frequentierten Verkehrsachse bildete das Bedürfnis der Bauherrschaft nach einem zusammenhängenden Grünraum auch für ihre beiden angrenzenden Siedlungen aus den sechziger Jahren.
Aufgrund dieser Ausgangslage wurden die vier achtgeschossigen Gebäude entlang der Schaffhauserstrasse so positioniert, dass im Nordwesten ein grosszügiger, lärmgeschützter Park entsteht. Mit ihrer Volumetrie beziehen sich die Gebäude auf die grossmassstäblichen Nachbarbebauungen. Architektonisch können sie durch ihre Vor- und Rücksprünge als zusammenhängende Grossform wie auch als zwei Paare gelesen werden. Durch die Staffelung entsteht einerseits eine siedlungsinterne Erschliessungsachse und anderseits ein zentraler Platz, welcher zusammen mit den Erdgeschossnutzungen, der Bushaltestelle und dem öffentlichen Weg als Tor zum Quartier dient.
Die vorgenommene städtebauliche Setzung bedingt spezifische Grundrisse, welche sowohl der Lärmsituation wie auch der Ausrichtung Rechnung tragen. Dabei sind die Wohn-Essbereiche in allen Wohnungen zweiseitig orientiert, so dass auch im Innern die beiden sehr unterschiedlichen Seiten in Szene gesetzt und von der Ost-West-Orientierung profitiert werden kann.
Mit der Fassadengestaltung und der Materialisierung wird versucht, die Massstäblichkeit der Bauten zu brechen und ihnen einen hochwertigen, wohnlichen Ausdruck zu verleihen. Dies geschieht einerseits durch eine Primärstruktur aus vorfabrizierten Metallelementen und anderseits durch Füllungen aus Kunstharzplatten, die in ihrer Farbigkeit und Textur an Edelhölzer erinnern.

Bezirksgericht Bülach

Das Bezirksgericht Bülach stammt aus den 1920er Jahren. Ursprünglich waren hier sämtliche Amtsstellen der Bezirksbehörde Bülach untergebracht, steigende Raumbedürfnisse hatten jedoch zu Auslagerungen geführt. Nach der Schliessung des Bezirksgefängnisses und dem Auszug der Bezirksanwaltschaft Bülach nach Winterthur stand das Bezirksgebäude dem Gericht wiederum zur alleinigen Nutzung zur Verfügung. Indem das bestehende Gebäude mit dem ehemaligen Bezirksgefängnis umgebaut und in Hinsicht auf Haustechnik, Energie, Sicherheit und Brandschutz saniert, sowie mit einem Erweiterungsbau ergänzt wurde, ist das Gericht unter optimalen, zeitgemässen Bedingungen am traditionellen Standort konzentriert.
Der Anbau entwickelt sich aus der inneren Logik des bestehenden Gebäudes. Die publikumsintensiven Nutzungen mit Empfang, Gerichtssälen und Kasse verbleiben im repräsentativen Altbau. Der interne Bereich mit den Büroräumen wurde in dem, in seiner Höhe niedriger ausgebildeten, Anbau rund um den ehemaligen Gefängnishof organisiert. Der Neubau erfüllt die Minergie Anforderungen, während für den Altbau in Zusammenarbeit mit der Stabsabteilung des Hochbauamts (Ökologie) und der Denkmalpflege ein Energiekonzept realisiert werden konnte, das den Energieverbrauch um die Hälfte reduzierte.

Schulhaus Eichmatt Cham

Das neue Schulhaus gliedert durch einfache Volumetrie und präzise Setzung das Umfeld und stärkt damit die Strassenführung der neuen Eichmattstrasse. Durch seine Lage in der nordöstlichen Parzellenecke besetzt es die Mitte des neuen Wohngebietes und definiert zusammen mit der grosszügigen Treppe, dem baumbestandenen Vorplatz das Zentrum dieses Quartiers. Das Gebäude bildet eine Hangkante, welche den öffentlichen Bereich des Flanierfeldes klar von den schulischen Aussenräumen trennt. Zusammen mit den Freizeitfeldern bilden diese einen grosszügigen zusammenhängenden Bereich, der dem ganzen Quartier als Erholungsraum dient.
Der Neubau ist geprägt durch die Ambivalenz zwischen der äusseren Erscheinung als kompaktes Volumen und der durch das Programm bestimmten Gliederung in unterschiedliche Nutzungseinheiten. Dabei bildet der Erschliessungsbereich das zentrale Element, welches sowohl die einzelnen Teile zueinander als auch das Ganze mit dem Aussenraum in Beziehung setzt.
Die grosszügigen Eingangshallen verbinden die Eingänge und erschliessen mit Ausnahme der Kindergärten und der Musikschule alle Nutzungseinheiten. Lichthöfe dienen als Orientierungspunkte, welche die einzelnen Einheiten optisch miteinander verbinden und gleichzeitig räumlich voneinander trennen. Durch die sequenzielle Anordnung der Schule, der Turnhalle und der Musikschule sind die Bereiche räumlich und akustisch klar voneinander getrennt. Vier Schuleinheiten mit Klassenzimmern, Gruppenräumen, Logopädieräumen und HPF werden mit einer Treppe von der Pausenhalle aus direkt erschlossen und befinden sich in der obersten Ebene.

Trotte Hagenbuchrain Zürich

Schulhaus Oelwiese Thalwil

Die städtebaulichen und architektonischen Merkmale des alten Schulhauses Oelwiese gelten für viele der Bauten im alten Dorfkern von Thalwil. Die Gebäude sind punktförmig, streben eher in die Höhe als in die Breite, haben allseitig orientierte Fassaden und werden durch die grosszügigen Abstände untereinander als Einzelbauten im Ortsgefüge wahrgenommen. Der Ergänzungsbau ordnet sich in die beschriebene Struktur als „Gleiches unter Gleichen“ ein. Dies gelingt trotz der beschränkten Platzverhältnisse durch ein sehr kompaktes Volumen sowie durch das grösstmögliche Wegrücken vom Altbau. Das bestehende Schulhaus kann dadurch mit all seinen Qualitäten vollständig erhalten bleiben.
Das Raumprogramm ist so auf beide Gebäude aufgeteilt, dass eine sinnvolle Zuordnung in Unter- und Mittelstufe entsteht. Im bestehenden Schulhaus sind die drei Klassenzimmer der Unterstufe, das IF-zimmer, zwei Gruppenräume, die Bibliothek sowie der Lehrerbereich und die Verwaltungsräume untergebracht. Der Ergänzungsbau enthält die drei Klassenzimmer der Mittelstufe, den Mehrzweckraum sowie den Singsaal. Diese Räume sind nach Westen orientiert. Der Gruppenraum und der Vorbereitungsraum für die Lehrpersonen befinden sich auf der Südseite und das grosszügig belichtete Treppenhaus im Osten. Werkraum, Schutzraum und Technik sind im Untergeschoss untergebracht. Der übergrosse Windfang im Erdgeschoss dient sowohl als Pausenfläche wie auch als Foyer des Singsaals und steht durch seine Lage in einem direkten räumlichen Verhältnis zum gemeinsamen Pausenplatz.
Durch die vorgenommene Nutzungsverteilung können die baulichen Eingriffe am Altbau auf ein Minimum reduziert werden. Aufgrund des heutigen Zustandes des bestehenden Schulhauses Oelwiese sind jedoch die folgenden werterhaltenden und gesetzlich vorgeschriebenen Massnahmen erforderlich: Die bestehenden Holzdecken werden statisch verstärkt und akustisch verbessert, um einen einwandfreien Schulunterricht gewährleisten zu können Die haustechnischen Installationen sowie die sanitären Anlagen werden erneuert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Die Gebäudehülle wird saniert, und die bestehenden Fenster sowie der Sonnenschutz werden erneuert. Aufgrund seiner zukünftigen Nutzung als Bibliothek und Gruppenraum wird der unisolierte Dachstock gedämmt und ausgebaut.
Das neue Schulhaus unterscheidet sich in seiner Grösse nur unwesentlich vom Altbau. Das Prinzip der allseitig orientierten Fassaden wird vom bestehenden Schulhaus übernommen. Dieser städtebaulichen Eingliederung des Ergänzungsbaus ist jedoch eine Materialisierung entgegengesetzt, welche das neue Schulhaus als ein Bauvorhaben der Gegenwart erkennbar macht. Das kompakte Gebäude besteht im Wesentlichen aus einer Betonstruktur, welche die innere Raumaufteilung von aussen ablesbar macht. Das äussere Erscheinungsbild wird durch die Mehrschichtigkeit der Fassade geprägt. Die im Innern verwendeten Holzfenster sind hinter der äusseren Verglasung spürbar und verleihen der schützenden Glashülle einen warmen, wohnlichen Charakter. Im Gegensatz zur Fassade, welche die Atmosphäre im Innern stark prägt, ist die Materialisierung der übrigen Oberflächen sehr zurückhaltend. Die Wände und Decken werden verputzt, die Bodenbeläge sind als Zementböden ausgeführt; dadurch wird die Einheitlichkeit der inneren Oberflächen betont und die Holzfenster werden akzentuiert.

Aufwertung Fernsehstudio Zürich

Beim Zaun für das Schweizer Fernsehen handelt es sich ganz explizit um die Gestaltung einer Grenze. Diese trennt nicht nur das private Areal von der öffentlichen Erschliessung sondern lässt auch Ein- und Ausblicke zu und funktioniert als Bildträger, welcher auf die Nutzung und das Schweizer Fernsehen als öffentliches Medium aufmerksam macht. In einer intensiven, Grenzen überschreitenden Zusammenarbeit zwischen Grafikern, Architekten und Metallbauer wurde ein Produkt entwickelt, welches den Bedürfnissen der Auftraggeberin nach flexibler Bespielbarkeit entspricht, indem die Flächen auf den eigens entwickelten Metallstehlen einfach ersetzt und ausgewechselt werden können. Das Schweizer Fernsehen hat somit ein Element erhalten, welches den sicherheitstechnischen Anforderungen gerecht wird, den Zugangsbereich aufwertet, was der ursprünglichen Aufgabenstellung entspricht und sich zugleich an die jeweils laufende Werbekampagne anpassen lässt.
Die Gestaltung arbeitet sehr stark mit den Bildern Schweizer Persönlichkeiten und den Icons des Schweizer Fernsehens. Dabei werden im Bereich der Schriften jeweils nur die beiden seitlichen Flächen der Stehlen bespielt, wogegen in den Abschnitten mit den Bildern auch die Rückseite genutzt wird. Dadurch entsteht eine Abfolge von offenen und geschlossenen Zonen bei welcher die Bilder durch eine zusätzliche Beleuchtung speziell hervorgehoben und dadurch akzentuiert werden. Der Zaun bildet somit ein dynamisches Element, welches sich durch die Bewegung ständig verändert und zwischen trennend und verbindend vermittelt. Dank der Verwendung dreier unterschiedlicher Bilder aus derselben Filmsequenz entsteht durch die Bewegung der Passanten beim Betrachten der Fotos der Eindruck eines bewegten Bildes. Die Grenze zwischen Fotografie und Film wird dadurch verwischt und das Medium Fernsehen transformiert und nach Aussen transportiert.

Wohnüberbauung Hagenbuchrain Zürich

Die Umgebung der sechs Neubauten ist vom mittelalterlichen Dorfkern Albisriedens, feinkörnigen Einfamilienhausquartieren und grossmasstäblichen Geschosswohnungsbauten geprägt. Neben dieser baulichen Vielfalt treffen hier auch gegensätzliche Stadt- und Grünräume aufeinander. Die Gliederung der Baukörper in einzelne Flügel und eine gleichsam gewachsene, amorphe Grundrissgestaltung vermitteln zwischen den baulichen Strukturen des Umfelds und bringen diese in einen städtebaulichen Zusammenhang. Zudem verzahnen sich die Gebäude in ihrer versetzten Anordnung so, dass der Grünraum hindurchzufliessen scheint und der Landschaftsraum des Üetlibergs im Quartier verankert wird.
Der innere Aufbau der Häuser thematisiert das Erlebnis der Landschaft noch weiter. In allen Wohnungen erreicht man in einer fliessenden Raumfolge vom Treppenhaus über Entrée und Gang den Wohnraum, der sich in drei Richtungen gegen die erwähnten Grünräume hin öffnet. Als eigentlicher Kopf der Wohnung verstärkt dieser Raum den situativen Charakter der Grundrissstruktur und vernetzt den Innenraum über vielfältige Aus- und Durchblicke mit der Umgebung.
Der abstrahierten, strengen Gliederung der Fassaden ist durch die Verwendung von Kratzputz, Baubronze und Eiche eine differenzierte, handwerkliche Materialisierung entgegengesetzt. Diese auch in der Grundrissgestaltung auftretende Ambivalenz prägt die Gebäude zugleich mit Eigenschaften der Moderne und solchen, welche in Ihrer Schwere und materiellen Substanz an Beispiele gutbürgerlichen Wohnens aus der Vergangenheit erinnern.

Hotel Castell Zuoz

Das Hotel Castell in Zuoz wurde 1913 von Nicolaus Hartmann jun. erbaut. In Erinnerung an die mittelalterliche Burg Chastlatsch, die ursprünglich an diesem Ort oberhalb von Zuoz gestanden haben soll, erhielt das Hotel ein burgenartiges Aussehen und den Namen Castell. Die herrschaftliche Erscheinung von Aussen sowie die historisierende Gestaltung der Haupträume im Erdgeschoss ist trotz einiger späterer Umbauten gut erhalten. Sie bestimmt die Identität des Hotels und setzt es dadurch in den Kontext der anderen Grand-Hotels im Engadin.
Um Lösungen für Sanierung und Vergrösserung der in den letzten zwei Jahrzehnten verunstalteten Gästezimmer in der Praxis zu testen, wurden die vorliegenden Musterzimmer erstellt. Sie sind das Resultat eines Projekts über das ganze Hotel, bei dem anstelle von jeweils drei bestehenden, zwei neue, unterschiedlich grosse Zimmer vorgesehen sind.
Die Zimmer erhalten Ihren Charakter einerseits durch die noch vorhandenen und wieder freigelegten, historischen Bauteile der Fenster und Zimmertüren.  In Verbindung mit einem Parkett in Räuchereiche wird in diesen Raumteilen die Erinnerung an den ursprünglichen Zustand des Hotels erhalten. Dieser bestehenden Substanz ist andererseits mit den Nasszellen und den Einbauschränken ein Element entgegengestellt, welches mit raumhohen  Schiebetüren und einem differenzierten Farbkonzept klar als Neubauteil erkennbar ist. Die frei im Raum stehende Möblierung vermittelt mit ihrer traditionellen und zugleich abstrahierten Gestaltung als drittes Element zwischen diesen Gegensätzen und verbindet die Eingriffe mit dem Bestehenden zu einem neuen Ganzen.

Haus Kammermann Zollikon

Das bestehende Gebäude wurde in den 30er Jahren durch einen lokalen Bauunternehmer nach eigenen Plänen errichtet. Die Bausubstanz ist trotz einigen Veränderungen gut erhalten geblieben. Rund um eine zentrale Halle sind gegen Südwesten die drei kleinen Zimmer sowie hangseitig eine Küche und der Eingangsbereich mit den Sanitärräumen angeordnet. Neben dieser strukturellen Klarheit verfügt der Altbau über eine sehr sorgfältige Materialisierung. Insbesondere die im Fischgratmuster verlegten, massiven Eichenböden, sowie die Doppelfenster mit ihrer feingliedrigen Sprossenteilung, sind von hoher architektonischer Qualität.
Das Erdgeschoss bleibt im Wesentlichen unverändert. Durch ein neues Badezimmer anstelle der Küche entsteht ein grosszügiger Schlafbereich. Die Treppe wird um einen zusätzlichen Lauf ergänzt und schafft so die Verbindung zum neuen Obergeschoss. Der zellenartigen Gliederung des Erdgeschosses wird im Dachaufbau ein ganz anderes Raumkonzept entgegengestellt. Küche, Wohn- und Essbereich sind Teil eines Raumkontinuums, welches über die grossflächige Öffnung im Südwesten scheinbar nahtlos mit der Dachterrasse und den Ausblicken über das Zürcher Seebecken verbunden ist.
Dieses Spannungsverhältnis im Innern wird mit den unterschiedlich detaillierten Fenstern auch aussen in der Art einer Collage sichtbar. Zugleich verwischt ein homogener, fugenfreier Verputz die Grenzen zwischen Alt und Neu und verbindet die Aufstockung mit dem Bestehenden zu einem neuen Ganzen.

Laborgebäude Fink Zürich

Auf dem Gelände der Universität Zürich-Irchel wurde für einen neuberufenen Physikprofessors kurzfristig ein provisorisches Laborgebäude erforderlich. In den bestehenden Bauten hätten mechanische Vibrationen und magnetische Wechselfelder die Arbeit mit speziellen holographischen Mikroskopen verunmöglicht.
Das Laborgebäude befindet sich am östlichen Rand des Geländes im Bauentwicklungsgebiet des Irchel-Areals, in welchem, gemäss Richtplan, Kleinbauten nicht vorgesehen sind. Der Neubau beschränkt deshalb städtebauliche und architektonische Bezüge auf ein Minimum und bringt so den begrenzten zeitlichen Horizont dieses Eingriffs zum Ausdruck. Aussenräumlich wird mit der Setzung des Baukörpers einzig die Zufahrt zu den benachbarten Gebäuden bestimmt und mit diesen ein kleiner Vorplatz für die Anlieferung gebildet.
Mit einer pragmatischen Grundrissdisposition, der Konstruktionsweise in Holz und einer einfachen Kubatur wird das Gebäude dem Wesen eines Provisoriums gerecht. Durch die Materialisierung der Hülle mit beschieferter Dachpappe wird diese Eigenheit noch zusätzlich hervorgehoben. In der für Fassaden ungewohnten Ausstrahlung dieses Materials wird die Idee des nicht Dauerhaften direkt vermittelt. Im Weiteren erscheint das Gebäude durch die allseitige Verwendung desselben Materials als ein Haus ohne vertraute Elemente wie  Sockel und Dachrand. Es erreicht damit einen Grad der Abstraktion, der den ephemeren Charakter dieses Eingriffs zusätzlich unterstreicht.

Primarschule Linden Niederhasli

Mehrgeschossige, grossmassstäbliche Wohnungsbauten aus den 70er Jahren und eine direkt angrenzende Landwirtschaftszone prägen das kontrastreiche Umfeld der neuen Schule. Mit seiner horizontalen Ausdehnung verschafft sich der Neubau gegenüber den hohen Gebäuden entlang der Lindenstrasse städtebauliches Gewicht und öffentliche Ausstrahlung. Von der Turnhalle im Nordwesten entwickelt sich die Schule nach Südosten und verbindet mit ihrem auskragenden Obergeschoss die Eingangshalle grosszügig mit dem Pausenplatz. Im Nordosten steht das Haus an einer Hangkante, welche den Pausenplatz von den Spielfeldern trennt und diese so dem umliegenden Landschaftsraum zuordnet.
Das in kleinen Schritten erweiterbare Schulhaus besteht aus Einheiten von jeweils zwei Klassenzimmern mit Gruppenraum im Obergeschoss und einem Spezialzimmer mit Nebenräumen im Erdgeschoss. Jede dieser Raumgruppen verfügt über eine eigene Vertikalerschliessung und wird dadurch zu einem „Haus im Haus“. Neben grossen Räumen wie der Pausenhalle und dem gedeckten Aussenbereich im Erdgeschoss entstehen individuelle Vorzonen im Obergeschoss, die in ihrer Kleinmassstäblichkeit den Bedürfnissen einer Primarschule gerecht werden.
Tragstruktur und Erschliessungsräume sind in Sichtbeton ausgeführt. Die Unterrichtsräume hingegen sind in Anlehnung an klassische Schulstuben allseitig mit Holz ausgekleidet. Dieses tritt im Bereich der Klassenzimmer auch in der Fassade in Erscheinung und macht die strukturelle Klarheit im Zusammenspiel von Raumprogramm, Tragkonstruktion und Materialisierung auch im Äusseren erfahrbar.

Kraftwerk Zürich

Vier Solitäre bilden eine in sich schlüssige räumliche Komposition innerhalb des heterogenen Hardturm-Quartiers in Zürich-West. Unweit des Areals wurden seit 1805 Textilien gewoben und Maschinenteile hergestellt. Noch heute zeugen davon grossmasstäbliche Werkgebäude, daneben befinden sich aber auch Siedlungen mit niedriger Körnung wie die Bernoullihäuser. Um eine soziale Durchmischung zu gewährleisten, sollte die Siedlung Kraftwerk1 verschiedene Wohnungsgrössen anbieten sowie Wohnen und Arbeiten am gleichen Ort ermöglichen.
Der Komplex besteht aus dem zentralen Hauptbau aus braunviolettem Klinker und den windmühlenartig darum platzierten, rotorange verputzten Häusern. Im achtgeschossigen Hauptgebäude ermöglichen zwei sich überlagernde Erschliessungssysteme eine Vielzahl an Wohnungsgrössen und -formen. Zwei Typologien sind prägend: die zweigeschossige „Le Corbusier“-Wohnung, die sich vom Eingang an der inneren Erschliessungstrasse nach oben und unten entwickelt, und das Modell „Loos“, das Raumabfolgen mit überhohen Wohnzimmern erlaubt.
Neben sozialen und architektonischen Gesichtspunkten haben die ökologischen Aspekte einen hohen Stellenwert. Die Überbauung wurde 2002 mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet.

(Text in gekürzter Fassung von Stücheli Architekten)